Die Kunst der Illusion

Im Produkt- und Projektmanagement finden viele Methoden und Praktiken Anwendung, um ein Vorhaben durchzuführen. Dahinter scheint viel geheimnisvolles zu stecken. Was, wenn all das gezielt böswillige Strategien zur Täuschung und Verschleierung wären? Ein unterhaltsamer, aber doch ernst zu nehmender Gedanke...

Transparenz

Methoden, Werkzeuge, Artefakte, …, im Projekt gehören Sie zur alltäglichen Arbeit. Sie helfen, den aktuellen Projektstatus zu visualisieren, erlauben den Soll-/Ist-Vergleich für den Fortschritt, geben Auskunft darüber was als nächstes ansteht und ob das Erreichen der gesteckten (Projekt-/Produkt-) Ziele noch realistisch ist. Zusammengefasst: sie erzeugen Transparenz.

Der Wille zur Offenbarung

Die Frage nach dem richtigen Maß an Transparenz wird jeder für sich selbst beantworten müssen. Entscheidend ist, dass der Wille zur Offenbarung der Transparenz voraus geht. Nur wer bereit ist, das Innenleben seines Projekts den externen Stakeholdern wie Managern, Vorgesetzten und Kunden zu offenbaren gelangt mittelfristig zu einem wirklich transparenten Projekt.

 

Angebot und Akzeptanz

offenbarungIn gut laufenden Projekten ist die Offenbarungsbereitschaft größer als in schlecht laufenden; von Krisenprojekten ganz zu schweigen. Je nach individueller Bereitschaft, Dinge zu offenbaren, wählt der Transparenz-Geber ein Modell, in das die vorhandenen Fakten und Informationen verbaut werden. Dieses Modell wird dem Empfänger dann als Transparenz angeboten.

Ob etwas transparent ist oder nicht ist jedoch aus der Perspektive des Empfängers zu betrachten. Ist das angebotene Modell durchsichtig und schlüssig? Erlaubt es den erforderlichen Einblick? Enthält es die Informationen, die der Empfänger braucht, um z.B. Entscheidungen treffen zu können?

Der Empfänger muss also das angebotene Modell akzeptieren. Erst dann wird er von Transparenz sprechen – in jedem anderen Fall nicht.

Alles nur Illusion?

In Projekten habe ich verschiedene Strategien kennengelernt, wie mit Transparenz umgegangen wird und wie sie – scheinbar – erzeugt werden möchte. Doch nicht immer gelingt der Versuch, mehr Transparenz zu erzeugen. In dieser Serie möchte ich die beobachteten Praktiken und Methoden so darstellen, als stünden dahinter vorsätzliche Täuschungsmanöver. Dies möchte ich natürlich keinem unterstellen – der Gedanke ist aber durchaus interessant und unterhaltsam.

Die erste Täuschungsstrategie, die ich vorstellen möchte, wird die Anforderungsstreuung sein.

Quellenangaben
Merydolla/shutterstock.com
maradonna 8888/shutterstock.com